Disdrometer im Einsatz

Die Erfahrungen, die während der Kampagnen gesammelt wurden, lassen es nun erstmals zu, mehrere Disdrometer für längere Zeiträume zu betreiben. Drei Geräte wurden bereits bei der Firma Eigenbrodt gekauft und werden derzeit für den automatischen Betrieb an Bord der Schiffe aufgerüstet. Auf den Schiffen wird eine Standard Bordmeteorologie betrieben. Diese Daten werden für die Analyse der Disdrometerzeitreihen zusätzlich von großem Nutzen sein. Die Schiffe operieren regelmäßig in der Nordnorwegensee für Fischereiüberwachung und Küstenwachtaufgaben. Die Disdrometer werden auf drei Schiffen für jeweils sechs Monate (Oktober bis März) der kommenden fünf Winterhalbjahre (2009 bis 2014) kontinuierlich betrieben werden.

Der Disdrometer basierte Niederschlagsdatensatz wird unsere Kenntnis über polare Niederschlagstypen und Mengen deutlich verbessern. Insbesondere werden diese Daten in einer Region gesammelt, in denen es bisher keine vergleichbaren Daten gibt. Mit diesem Datensatz ist zudem ein tieferer Einblick in den Wasserkreislauf dieser Region möglich.

Zusätzlich wird ein weiteres optisches Disdrometer auf dem Forschungseisbrecher "Polarstern" des Alfred-Wegener-Instituts installiert. Auf den regelmäßigen Versorgungsfahrten überquert dieses Schiff von Bremerhaven aus große Teile des Atlantiks in Richtung Antarktis. Dies erlaubt die Messung von Niederschlag in zwei weiteren wichtigen Regionen, den gewittrigen Schauersystemen der inneren Tropen und den bislang vollkommen datenleeren südlichen Ozeanen.

 

 

 


Das optische Disdrometer ODM 470 während eines Experiments an Bord eines irischen Forschungsschiffes in der winterlichen Norwegensee.