Disdrometer im Einsatz

Das optische Disdrometer ODM 470 ist ein einzigartiges Messsystem. Es ermöglicht die Bestimmung der Regen- und Schneefallrate selbst unter widrigsten Wetterbedingungen wie hohe Windgeschwindigkeiten und starker Seegang. Das Disdrometer wird in der höchsten Mastspitze des Schiffes installiert. Die automatische und systematische Erfassung des Niederschlags an Bord von Schiffen kann wesentlich zur Validierung (und Falsifizierung) und damit zur Verbesserung des Niederschlags in Satelliten- und Modelldaten beitragen.

Die Erfahrungen, die mit dem Disdrometer Prototypen während der ersten Schiffskampagnen gesammelt wurden, dienten als Machbarkeitsstudie sowie zur Weiterentwicklung der Messtechnik. Drei dieser neuartigen Geräte wurden in 2009 bei der Firma Eigenbrodt gekauft und in enger Zusammenarbeit für den automatischen Messbetrieb an Bord von Schiffen aufgerüstet. Im folgenden schneereichen Winter wurden alle Geräte auf dem Dach des Geomatikums in Hamburg betrieben. Die Daten wurden u. a. im Rahmen einer Bachelorarbeit an der Universität Hamburg ausgewertet. Dabei wurde ein Modifikationsbedarf in der Geräteelektronik ermittelt und umgesetzt.

Das erste Disdrometer wurde Mitte 2010 an Bord des Eisbrechers „Polarstern" des Alfred Wegener Instituts langfristig installiert. Unser Gerät befuhr in den folgenden zwei Monaten die arktischen Gewässer und die Labradorsee. Ende Juli flog Dr. Klepp zur Kontrolle des Gerätes nach Reykjavik, Island, wobei sich herausstellte, dass das Gerät zuverlässig Daten der Niederschläge geliefert hat.

Ein weiteres Gerät wurde Anfang September langfristig auf dem russischen Forschungsschiff „Akademik Ioffe" in Kangerlussuaq, Grönland, installiert. Dieses Schiff durchfuhr im Folgenden die Labradorsee sowie mehrere Schnitte entlang der Tiefdruckrinne des Nordatlantiks und sammelte erfolgreich wichtige Daten über die Niederschläge der Tiefdruckgebiete.

Das dritte Disdrometer konnte Mitte September in Kooperation mit dem internationalen Projekt GPM-GV (Global Precipitation Measurement – Ground Validation) im Rahmen des Feldexperiments LPVEX (Light Precipitation Validation Experiment) in der östlichen Ostsee auf dem finnischen Forschungsschiff „Aranda" installiert werden. Hierbei wurden wichtige Vergleichsdaten mit anderen Niederschlagsmessgeräten an Bord sowie Radar-, Flugzeug-, und Satellitenmessungen gewonnen.

Aus diesem Themenkomplex sind seit Projektbeginn 11 wissenschaftlich begutachtete Veröffentlichungen in internationalen Fachzeitschriften entstanden.


Das optische Disdrometer ODM 470 während eines Experiments an Bord eines irischen Forschungsschiffes in der winterlichen Norwegensee.