Der nächste Schritt: Intensivierung der Messungen und Datenanalyse

Während die finnische „Aranda" sich derzeit noch in der Ostsee befindet, haben sowohl die deutsche „Polarstern" als auch die russische „Akademik Ioffe" im späten Herbst 2010 mit unseren Geräten an Bord den gesamten Atlantik von Norden nach Süden durchquert. Sie befinden sich derzeit im südlichen Ozean und der Antarktis. Diese Schiffe messen zusätzlich die gesamte Bordmeteorologie, deren Daten uns im Rahmen unseres Projekts zur freien Verfügung gestellt werden. Diese Zusatzdaten werden für die Analyse der Disdrometerzeitreihen von großem Nutzen sein.

Dieser langfristig ausgelegte Disdrometer basierte Niederschlagsdatensatz wird unsere Kenntnisse über polare Niederschlagstypen und Mengen deutlich verbessern. Zum einen werden diese Daten in Regionen gesammelt, in denen es bisher keine vergleichbaren Daten gibt. Des Weiteren ist mit diesem Datensatz zudem ein tieferer Einblick in den Wasserkreislauf dieser Regionen möglich. Außerdem können beim Überqueren des Äquators wichtige Daten der gewittrigen Schauersysteme der inneren Tropen erfasst werden, bei denen es nach wie vor große Unsicherheiten bei der regnenden Fläche und den Regenraten gibt.

Drei weitere Aspekte in Verbindung mit diesen neuartigen Messungen sind in Arbeit:

  • Die Ausarbeitung einer umfassenden statistischen Auswertung der Daten im Hinblick auf die Kollokation und Vergleichbarkeit der Punktmessung vom Schiff zur Flächenmessung des Satelliten.
  • Die Verlängerung der HOAPS Zeitreihe für die Jahre 2008 bis 2014 ist in Vorbereitung.
  • Zusätzlich wird unser Niederschlagsprojekt zentraler Bestandteil der internationalen Bodenvalidationsarbeitsgruppe für die nächste Satellitengeneration namens Precipitation Measurement Mission (PMM) zur Bestimmung des globalen Niederschlags in einer Zeitauflösung von nur 3 Stunden ab 2013. Dieses ist die zweite internationale Anerkennung nach der Ko-Vorsitztätigkeit bei IPWG.

Nach Genehmigung des KlimaCampus wurden zwei weitere Disdrometer bestellt, welche technisch verbessert sein werden. Das Max-Planck-Institut für Meteorologie wird die Finanzierung der Nachrüstung dieser neuen Technik auf die bestehenden drei Geräte übernehmen. Dabei ist auch eine End-To-End Softwareentwicklung einbegriffen, die die gemessenen Daten sofort visualisiert.

Die aktuellen Ergebnisse wurden Anfang April zusammen mit den Projektneuigkeiten auf der internationalen Fachtagung der Europäischen Geophysikalischen Union (EGU) in Wien vorgestellt. Zusätzlich haben zwei Bachelorarbeiten zur Disdrometer Datenauswertung begonnen.

Im Mai wird im Rahmen der HYMEX Tagung (HYdrological cycle in the Mediterranean EXperiment) in Menorca unsere Schiffs- und Bojenbeteiligung bei diesem Experiment detailliert geplant. Im Herbst 2011 wird ein weiteres Disdrometer auf einem argentinischen Küstenwachtschiff in Kooperation mit der Universität von Buenos Aires, Argentinien, für Messungen im Südatlantik in Betrieb gehen.